Häufige Fragen

Hier finden Eltern und Betroffene Antworten auf häufige Fragen zur neurophysiologischen Entwicklung, zu möglichen Auffälligkeiten und zum NEL Training®.

Was sind frühkindliche Bewegungsmuster und wie beeinflussen sie die Entwicklung?

Frühkindliche Bewegungsmuster gehören zur normalen Entwicklung. Sie entstehen bereits vor der Geburt und unterstützen unter anderem Haltung, Gleichgewicht, Koordination und Wahrnehmung. Werden einzelne Muster nicht ausreichend integriert, können sie auch später noch Einfluss auf Bewegung, Lernen und Verhalten haben.

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Fragen zu Entwicklung und NEL Training®

Mein Kind kann sich schlecht konzentrieren und wirkt oft verträumt. Kann eine neurophysiologische Unreife eine Rolle spielen?

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Für Kinder und Eltern werden sie häufig besonders dann belastend, wenn Hausaufgaben sehr lange dauern, Erklärungen scheinbar nicht ankommen oder das Kind trotz großer Anstrengung nicht mit anderen mithalten kann.

Im Rahmen des NEL Trainings® wird deshalb nicht allein auf eine Diagnose geschaut. Untersucht wird, ob noch unreife frühkindliche Bewegungsmuster oder andere Auffälligkeiten der neurophysiologischen Entwicklung vorhanden sind, die das Kind zusätzlich beanspruchen können.

Werden solche Zusammenhänge festgestellt, setzt das individuelle Übungsprogramm an diesen grundlegenden Fähigkeiten an.

Wie können frühkindliche Bewegungsmuster das Lesen und Schreiben beeinflussen?

Lesen und Schreiben setzen zahlreiche grundlegende Fähigkeiten voraus. Dazu gehören unter anderem koordinierte Augenbewegungen, eine gute Auge-Hand-Koordination und die Fähigkeit, Arm-, Hand- und Kopfbewegungen unabhängig voneinander zu steuern.

Diese Fähigkeiten entwickeln sich bereits lange vor dem Schuleintritt. Frühkindliche Bewegungsmuster begleiten wichtige Schritte dieser Entwicklung. Sind einzelne Bewegungsmuster noch nicht ausreichend integriert, kann dies das Erlernen von Lesen und Schreiben zusätzlich erschweren.

Das NEL Training® übt deshalb nicht Lesen oder Schreiben selbst, sondern arbeitet an grundlegenden sensomotorischen Fähigkeiten, sofern das Screening hier Auffälligkeiten zeigt.

Wie können Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme mit Schwierigkeiten beim Rechnen zusammenhängen?

Bewegung, räumliche Orientierung, Wahrnehmung und Lernen entwickeln sich nicht unabhängig voneinander. Gleichgewicht und Koordination spielen beispielsweise eine Rolle bei der Orientierung im Raum und bei der Entwicklung eines sicheren Körperschemas.

Bei entsprechenden Auffälligkeiten betrachtet das NEL Training® deshalb nicht nur schulische Schwierigkeiten, sondern auch die zugrunde liegende sensomotorische Entwicklung. Rechnen wird dabei nicht trainiert; vielmehr sollen grundlegende Voraussetzungen für Lernen und Entwicklung unterstützt werden.

Kann NEL Training® bei ADHS oder Hyperaktivität helfen?

Beim NEL Training® steht nicht die Diagnose ADHS oder Hyperaktivität im Mittelpunkt. Entscheidend ist vielmehr die Frage, welche konkreten Schwierigkeiten und Entwicklungsauffälligkeiten bei einem Kind bestehen.

Unruhe, Schwierigkeiten mit der Konzentration oder Impulskontrolle können unterschiedliche Ursachen haben. Im Screening wird untersucht, ob Auffälligkeiten der neurophysiologischen Entwicklung eine Rolle spielen könnten.

Das NEL Training® ersetzt dabei keine medizinische Diagnostik oder eine gegebenenfalls notwendige ärztliche Behandlung.

Warum ist mein Kind sehr schüchtern oder ängstlich?

Zurückhaltung und Ängstlichkeit können viele Ursachen haben und gehören in unterschiedlicher Ausprägung zur Persönlichkeit eines Kindes. Werden Ängste jedoch für das Kind oder die Familie belastend und erschweren beispielsweise Kontakte oder neue Situationen, lohnt sich ein genauerer Blick.

Auch die neurophysiologische Entwicklung kann Einfluss darauf haben, wie sicher ein Kind auf neue Reize und Situationen reagiert. Im Rahmen des NEL Trainings® kann geprüft werden, ob noch unreife frühkindliche Bewegungsmuster vorhanden sind.

Unabhängig davon hilft es Kindern, wenn ihre Ängste ernst genommen werden und sie neue Anforderungen behutsam und in kleinen Schritten bewältigen dürfen.

Was kann ich tun, wenn mein Kind häufig aggressiv reagiert oder unkontrollierte Wutausbrüche hat?

Aggressives Verhalten und starke Wutausbrüche können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Hilfreich ist zunächst zu verstehen, in welchen Situationen das Verhalten auftritt und welche Belastungen oder Schwierigkeiten dahinterstehen könnten.

Bei manchen Kindern können auch Schwierigkeiten mit Selbstregulation, Wahrnehmung oder neurophysiologischer Entwicklung eine Rolle spielen. Werden im Screening entsprechende Auffälligkeiten festgestellt, können diese im NEL Training® berücksichtigt werden.

Dabei geht es nicht darum, aggressives Verhalten zu tolerieren, sondern das Kind besser zu verstehen und gemeinsam geeignete Wege für den Alltag zu entwickeln.

Wie kann ich mein Kind bei Schulangst unterstützen?

Schulangst kann viele Gründe haben – beispielsweise Schwierigkeiten beim Lernen, belastende Erfahrungen mit anderen Kindern oder Lehrkräften oder eine allgemeine Unsicherheit in neuen und fordernden Situationen. Deshalb sollte zunächst möglichst genau geklärt werden, was dem Kind Angst macht.

Wenn gleichzeitig Auffälligkeiten in Gleichgewicht, Koordination, Wahrnehmung oder Selbstregulation bestehen, kann es sinnvoll sein, auch die neurophysiologische Entwicklung zu betrachten. NEL Training® kann hier ein Baustein innerhalb einer umfassenderen Unterstützung sein.

Kann Bettnässen ein Zeichen neurophysiologischer Unreife sein?

Für Bettnässen über das übliche Entwicklungsalter hinaus gibt es unterschiedliche mögliche Ursachen. Deshalb sollten zunächst medizinische Ursachen ärztlich abgeklärt werden.

Bestehen daneben weitere Entwicklungsauffälligkeiten, kann im Rahmen einer neurophysiologischen Betrachtung auch geprüft werden, ob noch unreife frühkindliche Bewegungsmuster vorhanden sind. In diesem Zusammenhang kann beispielsweise der Spinale Galant-Reflex eine Rolle spielen.

Kann NEL Training® Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung unterstützen?

Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung können unter anderem Schwierigkeiten mit Veränderungen, neuen Situationen, Wahrnehmung oder motorischer Koordination erleben. Einige dieser Auffälligkeiten können gleichzeitig mit Besonderheiten der neurophysiologischen Entwicklung auftreten.

Das NEL Training® behandelt keine Autismus-Spektrum-Störung. Es kann jedoch sinnvoll sein zu prüfen, ob zusätzlich neurophysiologische Entwicklungsauffälligkeiten bestehen, die im Rahmen des Trainings gezielt unterstützt werden können.

Wie schnell sind Veränderungen durch das NEL Training® zu erwarten?

Das lässt sich nicht allgemein vorhersagen. Entwicklung verläuft individuell und Veränderungen können sowohl deutlich als auch schrittweise wahrnehmbar werden.

Wie sich das Training auswirkt, hängt unter anderem von der individuellen Ausgangssituation und der regelmäßigen Durchführung der Übungen ab.

Für die Durchführung des vollständigen Übungsprogramms ist häufig ein Zeitraum von etwa einem bis eineinhalb Jahren erforderlich. Auch wenn Veränderungen früher sichtbar werden, sollte über Dauer und Abschluss immer individuell mit der begleitenden Therapeutin oder dem begleitenden Therapeuten entschieden werden.